Historie

Inhaltsverzeichnis

1. Die Gründung
2. Der erste Fußballplatz
3. Der Fußball in den Gründertagen / Das erste Sportheim
4. Menschen helfen Menschen, Teil 1
5. Die Jugendabteilung
6. Die AH-Abteilung
7. Die Fußballortsmeisterschaft
8. Der neue Fußballplatz
9. Die Tipp-Gemeinschaft des SVM
10. Das neue Sportheim
11. Die Volleyballer
12. Menschen helfen Menschen, Teil 2
13. Die Vereinszeitung – Ein kurzes Intermezzo
14. 40 Jahre SV Moosbrunn
15. Die Trampolinabteilung
16. Der Rasenplatz
17. Der Fußball – ein ständiges Auf und Ab
18. Die Jazztanzgruppe
19. Das 50-jährige Vereinsjubiläum
20. Generationswechsel
21. Ein Vorbereitungsspiel der besonderen Art…

1. Die Gründung

In den frühen fünfziger Jahren trafen sich die jungen Männer des Ortes vor der alten Schule (heute das Haus von Willi Zimmermann) in Moosbrunn, um auf der Straße Fußball zu spielen. Nach dem Spiel saß man in geselliger Runde auf der Bank vor dem Schulhaus zusammen. Der Schullehrer Walter Heiß machte den jungen Burschen den Vorschlag, die Freizeit­be­schäf­ti­gung Fußball etwas besser zu strukturieren. Er schlug ihnen vor, jeden Sonntag Vormittag das Training zu leiten und einen Fußballverein zu gründen. Später wurde der Gründungstag des Fußballvereins auf den 28.07.1951 datiert, der Tag an dem Walter Heiß der Dorfjugend die Initialzündung für die Gründung gab. Dem damaligen Gründer und den Fußballfreunden machte es nichts aus, dass noch kein Sportgelände zur Verfügung stand. Da das sonntägliche Training aber nicht auf der Straße stattfinden sollte, hat man schnell einen neuen Platz ausfindig gemacht. Auf einer Wiese am Ortsrand, genau gesagt gegenüber dem heutigen Anwesen von Udo Buschbacher (Klingenwiese), trainierte der Volksschullehrer Walter Heiß jeden Sonntag die Dorfjugend.

Der Fußball gehörte nach dem Krieg zu einer der wenigen und damit gleichzeitig zu der wichtigsten Freizeitbeschäftigung der jungen Männer in der neu gegründeten Bundesrepublik.

Interessant ist die Tatsache, dass es zu dieser Zeit nur einen Spieler gab, der richtige Fußballstiefel besaß. Außer Alex Göhrig, der bereits bei Mannheim 08 die Jugendfußballschule durchlief, spielten alle anderen Kicker mehr oder weniger gut mit ihren Arbeitsstiefeln. 1952 stieß dann noch ein zweiter Kickschuhbesitzer, Heinz Hochgeschwender, ebenfalls aus Mannheim, zur Mannschaft. Diese beiden waren es auch, die der Mannschaft mit Spendengeldern die ersten Trikots beschafften. Im Ausverkauf konnten Sie 1952 sehr günstig in Mannheim (Breite Straße) blaue Trikots mit gelbem Kragen und gelben Manschetten, dazu rote Hosen und blaue Stutzen erstehen. Die Spendengelder kamen durch Privat­spenden und durch den Erlös eines Theaterabends der Theater­gruppe des Gesangvereins Moosbrunn zusammen.

Da zu diesem Zeitpunkt die Frage der Vereinsfarben noch nicht geklärt war, wählte man eine Variante mit der später alle Möglichkeiten abgedeckt werden konnten.

2. Der erste Fußballplatz

Walter Heiß forderte von Beginn an vom damaligen Bürgermeister Heinrich Hoffmann, dass die Dorfjugend unbedingt einen richtigen Sportplatz benötige und die Klingenwiese nur eine Übergangslösung sein kann.

Nach reichlichen Überlegungen und diversen Gesprächen mit dem Bürgermeister Heinrich Hoffmann, stellte die Gemeinde Moosbrunn den Fußballern 1953 ein Gelände bei der ehemaligen Schießanlage des Sportschützenvereins Moosbrunn (heute Parkplatz hinter dem Sportheim) kostenlos zur Verfügung. Der Initiator Walter Heiß hatte aufgrund seiner langjährigen Tätigkeit in Guatemala sehr gute englische Sprachkenntnisse, daneben unterhielt er beste Beziehungen zu amerikanischen Freunden bei der US-Army in Heidelberg. Nachdem die Geländefrage geklärt war, machte sich Heiß auf den Weg nach Heidelberg, um mit seinen Freunden über die weitere Vorgehensweise zu sprechen. Im gleichen Jahr noch rückte ein amerikanisches Truppenkommando mit Jeeps und Bulldozern in Moosbrunn ein.

Für das kleine Dörfchen war dies ein großes Schauspiel. Alle Kinder versammelten sich auf dem Sportgelände und wurden von den Amerikanern mit Schokolade und Kaugummis versorgt. Neben dem heutigen Sportgelände schlug die US-Army ein Camp auf und begann mit dem Einebnen des Sportplatzes im Gemeindewald. Das Lager und speziell die Fahrzeuge mussten die Moosbrunner Fußballer nachts bewachen. Walter Heiß war der Kontaktmann zwischen den Amerikanern, Bürgermeister Hoffmann und den Fußballern, da er der einzige war, der sich mit Ihnen verständigen konnte. Es dauerte nicht lange, bis die Amerikaner das Lageressen satt hatten und regelmäßig im Gasthaus „Zur Traube“ mit Speisen und Getränken versorgt wurden. Dort erhielten sie auch die genauen Instruktionen wie man sich von Moosbrunner Seite das Sportgelände vorstellte. Die Restarbeiten erledigten die Vereinsmitglieder in Eigenregie. Natürlich entsprach der Sportplatz nicht den heutigen Vor­stel­lungen eines Fußballfeldes, aber für die damalige Zeit war der Platz eine Sensation für die kleinste der Odenwaldgemeinden und die Moosbrunner konnten sehr stolz auf das Erreichte sein.

In den Anfängen wurden meist Freundschaftsspiele oder kleinere Turniere veranstaltet, weil der Spielbetrieb noch nicht in der Form, wie wir es heute kennen, organisiert war. U.a. standen regelmäßige Spiele gegen die Dorfauswahlmannschaften aus den umliegenden Ortschaften wie z.B. Michelbach, Schwanheim, Haag u. Allemühl auf dem Programm. Da es zu dieser Zeit noch nicht üblich war, dass jeder ein Auto oder Motorrad besaß, erreichte man die gegnerischen Sportplätze mittels eines Holz­ver­gaser­fahrzeuges von Willy Knopf. Später reisten die Moosbrunner mit dem Postbus, der über die Post Eberbach reserviert werden musste und einem extra hierfür abgestellten Fahrer (Franz Willner) zu den Auswärtsspielen an.

Im Juli 1954 fand im Rahmen eines großen Festaktes die Einweihung des neuen Sportplatzes statt. Angeführt von Lehrer Walter Heiß, Martin Heiß, dem damaligen 1. Vorsitzenden und Bürgermeister Heinrich Hoffmann marschierten die aktiven Moosbrunner Fußballer unter den Augen der zahlreich erschienenen Zuschauer auf dem neuen Sportplatz ein. Übrigens waren die Moosbrunner auch hier schon ihrer Zeit weit voraus, denn die Torlatten waren in den späteren Vereinsfarben weiß/rot/weiß gestrichen. Das Eröffnungsspiel fand gegen die befreundete Auswahl aus Michelbach statt. Das Spiel endete 3:2 für die Moosbrunner.

[caption id="attachment_2048" align="alignnone" width="150"]chroni7 Vor den amerikanischen Bulldozern zu erkennen, von links nach rechts, Lehrer Walter Heiß, Heinrich Wilhelm, Hans Muhr und Sieglinde Zimmermann[/caption]

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3. Der Fußball in den Gründertagen / Das erste Sportheim

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In den Jahren nach der Vereinsgründung schlossen sich auch Fußballer aus Allemühl, Schönbrunn und Schwanheim dem Verein an.

In den ersten Jahren nach der Vereinsgründung, bevor es überhaupt eine Verbandsrunde gab, wurden die Spiele mit den Nachbarvereinen schriftlich ausgemacht und terminiert. Regelmäßig mussten die Moosbrunner Fußballer 12 bis 19 Gegentore hinnehmen.

Dies sollte sich auch in den ersten Jahren, als man aktiv an der Verbandsrunde teilnahm (ab 1955), nicht ändern. Die Moosbrunner waren immer gern gesehene Gäste. Die Rhein-Neckar-Zeitung nahm dies sogar zum Anlass, einen Bericht über die Fußballer aus dem kleinen Odenwalddörfchen (das Wort Bauern wurde damals eher von den Gegner geprägt) zu schreiben, welche trotz ständig hoher Niederlagen eine tolle Kameradschaft bewiesen und immer mit Spaß bei der Sache waren.

1959 wurde das ehemalige Sporthäuschen erbaut und die Umzäunung um den Platz angebracht. Bauleiter und Planer war der Sportkamerad Martin Heiß, damals 1. Vorsitzender des Vereins und später auch zum Ehren­mitglied (23.01.1981) ernannt.

Die Gesamtkosten beliefen sich für damalige Zeiten auf die beachtliche Summe von 11.000 DM.

4. Menschen helfen Menschen, Teil 1

1954 stieß mit den Schönbrunner Fußballern ein sehr großes Talent zum SV Moosbrunn. Reinhold Heiß war ein sehr guter Spieler und immer mit viel Ehrgeiz und Engagement bei der Sache. Allerdings währte die Freude nicht lange – Reinhold Heiß erkrankte schwer.

An einem Sonntag im Juli 1965 fand ein kleines Sportfest auf dem Moosbrunner Sportplatz statt, wo alle Mannschaften ausschließlich zu dem Zweck angetreten sind, um Reinhold Heiß finanziell zu unterstützen. Der damalige 1. Vorsitzende Heinrich Wilhelm (genannt Herbolds Heiner) und der Mitorganisator Heinz Hochgeschwender überbrachten Reinhold Heiß am Abend des gleichen Tages noch eine Spende in Höhe von 1.000 DM. Bei der Generalversammlung 1979 wurde Heiß, damals schon im Rollstuhl sitzend, neben anderen Sportkameraden für 25-jährige treue Mitgliedschaft im Verein von Bürgermeister Hermann Münz und dem 1. Vorsitzenden Jürg Heckmann mit der silbernen Vereinsnadel geehrt. Reinhold Heiß ist im Alter von 52 Jahren im November 1986 gestorben.

5. Die Jugendabteilung

In den Jahren 1964/65 drängten immer mehr junge Nachwuchsspieler in den Verein, so dass man sich entschloss, eine Jugendabteilung zu gründen. In der Saison 1964/65 spielte die erste A-Jugendmannschaft für den noch jungen Verein. In dieser Saison schaffte man zwei Siege. Die positiven Ergebnisse wurden in den folgenden Jahren kontinuierlich gesteigert. In dieser Mannschaft spielten solche Persönlichkeiten wie z.B. Harald Wilhelm, Jochen Zimmermann, Dieter Hörr, Peter Heiß, Karl Hilderhof, Rainer Braner, Roland Kaul, Ludwig Staudenmaier, Karl Joho, Wolfgang Heiß, Hans Jürgen Ahlhoff, Karl und Ortfried Bracht, Günter Wegrezki und ab Oktober 1964 Dieter Wilhelm. Als Trainer und Jugendleiter dieser Truppe fungierten die Sport­kameraden Jürg Heckmann und Dieter Heiß.

Da nicht über jede Jugendmannschaft und jede Generation in diesem Rahmen berichtet werden kann, möchten wir stellvertretend für alle, die bis heute erfolgreichste Jugendmannschaft des SVM vorstellen. Es war der Jahrgang 1960/61. Diese Mannschaft schaffte vier Meisterschaften in Folge. Sie wurden Meister in der D-Jugend, in der C-Jugend, in der B-Jugend und letztendlich in der A-Jugend. In der A-Jugendrunde 1977/1978 wurden sie mit einer Niederlage und drei Unentschieden und 31:5 Punkten souverän Meister. Die Mannschaft, die hauptsächlich aus Spielern aus Moosbrunn, Allemühl, Schönbrunn und Pleutersbach bestand wurde von Harald Wilhelm betreut. In diesem Zusammenhang sollte man erwähnen, dass Pleutersbacher bereits seit Gründung des Vereins als Spieler in Moosbrunn aktiv waren. Sie fühlten sich, wie heute auch, eher in den kleinen Odenwald gezogen, als zu ihren Heimatvereinen bei der Stadt Eberbach.

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Zurück zu unserer erfolgreichsten Jugendmannschaft, mit der sich der Verein einen Aufschwung in der ersten Mannschaft erhoffte, wenn diese Spieler den Sprung zu den Aktiven machen würden. Aber durch die heute ebenfalls bekannten Probleme wie Vereinswechsel, Aufgabe des Fußballsports konnte die Leistungsstärke dieser Mannschaft nicht zu den Aktiven transferiert werden. Der letzte Spieler, der aus dieser Jugendmannschaft noch im Trikot der ersten Mannschaft den Aufstiegs­erfolg 1999 miterleben durfte, war Wilfried Zimmermann. Bereits 1992 hat er in der damaligen Vereinszeitung „SV-aktuell“ im Interview die Aussage getroffen:

„Ich spiele solange, bis wir aufsteigen“. Ein Mann ein Wort; im Alter von 38 Jahren wurde sein sehnlichster Fußballerwunsch erfüllt!!

Der SV Moosbrunn schaffte sich bereits 1975 den ersten Vereinsbus an, um die Jugendlichen zum Training und zu den Spielen zu fahren. Diesen „Luxus“ leisteten sich zu dieser Zeit nur wenige Vereine.

Heute spielen beim SV Moosbrunn 4 Jugendmannschaften mit 58 Jugend­lichen. Teilweise ist es für kleine Vereine wie unseren nur noch möglich, Jugendmannschaften in Spielgemeinschaften mit anderen Vereinen zu stellen. Dies hängt mit den sich ändernden gesellschaftlichen Rahmen­bedingungen und der Vielfältigkeit des Freizeitangebotes zusammen, welches den Jugendlichen geboten wird.

6. Die AH-Abteilung

So wie die Jugend im Verein nachrückte, so wurden die Spieler aus den Gründertagen älter und machten den jüngeren Spielern Platz. In einer Sitzung im Jahr 1969 im Nebenraum des Gasthauses „Zur Traube“ wurde beschlossen, eine AH-Abteilung zu gründen. Diese AH-Abteilung besteht noch heute. Neben den sportlichen Erfolgen erregen sie mehr Aufsehen durch ihre kulturellen Veranstaltungen und Aktivitäten.

Es dauerte bis 1970, ehe der Verein offiziell ins Vereinsregister beim Amtsgericht Eberbach eingetragen wurde und damit den Zusatz e.V. führen durfte.

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7. Die Fußballortsmeisterschaft

In den Jahren danach wurden die Stimmen immer lauter, die forderten, den alten Sportplatz zu modernisieren. 1971 wurde der alte Sportplatz im ersten Schritt an das öffentliche Stromnetz angeschlossen.

Dies war aber den Vereinsmitgliedern noch nicht genug.

Die Gemeinde Schönbrunn (nach der Verwaltungsreform 1972 für den SVM zuständig) und allen voran Bürgermeister Hermann Münz standen dem Unterfangen des Neubaus eines Sportplatzes anfänglich kritisch gegenüber. Wie üblich bei solchen Vorhaben war das liebe Geld der Stein des Anstoßes.

Aus der ständigen finanziellen Not des Vereins heraus wurde die Idee zu den Fußball­orts­meisterschaften geboren. Auslöser war ein Vereinsausflug des SV Moosbrunn im Frühjahr 1973 nach Südtirol. Trotz zahlreicher Anmeldungen sprangen viele Teilnehmer begründet oder unbegründet kurzfristig ab. Aus der klammen Vereinskasse musste man 1.000 DM zur Finanzierung des Mankos entnehmen.

Eine Woche später trafen sich die drei Vereinsmitglieder Roland Kaul, Jürg Heckmann und Hermann Wesch beim Reiterfest in Schönbrunn. In lockerer Runde entstand die Idee der Fußballortsmeisterschaft, mit dem Hintergedanken, die Vereinskasse aufzubessern. Aus jedem Ort suchte man sich einen Ansprechpartner, der für die Bildung der jeweiligen Ortsteilmannschaft verantwortlich war. Anfänglich gab es viele Widerstände gegen das Vorhaben, da befürchtet wurde, dass die vorherrschende Rivalität der einzelnen Ortsteile untereinander zu unfairen Attacken auf dem Fußballfeld führen könnte. Bürgermeister Hermann Münz befürwortete jedoch das Vorhaben ohne wenn und aber.

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„Als bisher größte sportliche Veranstaltung im Kleinen Odenwald, ist das am vergangenen Wochenende durchgeführte Fußballturnier zu bezeichnen. Erstmals wurden auf dem Sportplatz des SV Moosbrunn die Fußballortsmeisterschaften der Gemeinde Schönbrunn durchgeführt“ – so war es in der Eberbacher Zeitung am 20.08.1973 zu lesen. Das Turnier wurde wie alle Turniere danach auch vom Bürgermeister vor zahlreichen Zuschauern eröffnet. Dabei dankte Münz den Organisatoren vom SV Moosbrunn für die kurzfristige Vorbereitung des Turniers und natürlich allen Aktiven aus den Ortsteilen, die mit Ihrer Teilnahme an den Ortsmeister­schaften die Durchführung überhaupt erst möglich machten. Die erste Ortsmeister­schafts­begegnung hieß Allemühl gegen Schönbrunn und endete 0:0. An diesem ersten Ortsmeister­schaftswochenende vom 17.08. bis 19.08.1973 sahen die Zuschauer bei herrlichem Wetter (28-30 Grad) auf dem alten Moosbrunner Sportplatz sehr schöne, faire und vor allem spannende Spiele. Vor ihrem letzten Spiel marschierten die Spieler vom Ortsteil Allemühl mit einem Esel -beladen mit einem Sack Mehl- auf dem Sportplatz ein (symbolisch sollte damit der frühere Betrieb von 7 Mühlen zum Ausdruck gebracht werden). Diese Geste hat die Gegner scheinbar derart verwirrt, dass die Allemühler auch den ersten Ortsmeistertitel holten. Vom BM Münz, der sichtlich froh war (trotz heftiger Diskussionen im Vorfeld), dass es zu keinen ernsteren Verletzungen kam, erhielten die Allemühler Sieger den Wanderpokal und ein Fass Bier. Dieses Bier tranken die Sieger in geselliger Runde im Rohbau der Unimog-Garage von Karl Göhrig genannt „Bulldogs-Karl“. Für alle Beteiligten war klar, dass dieses Turnier nicht nur für die Vereinskasse ein Segen war, sondern auch den Zusammenhalt der einzelnen Ortsteile förderte. Sofort nach dem Turnier fasste die Vorstandschaft des SVM im Beisein von Hermann Münz den Beschluss, das Turnier nun jährlich einmal zu wiederholen. Es dauerte übrigens bis 1980, ehe der Ortsteil Schönbrunn erstmals den Ortspokal gewinnen konnte. Zwischenzeitlich hat man das Ortsturnier um die Mannschaft aus Pleutersbach erweitert, da wie bereits mehrfach berichtet, schon immer die besten Beziehungen zwischen den Schönbrunner und den Pleutersbacher Fußballern bestanden. Dieses Jahr wird die Ortsmeisterschaft zum 29-ten Mal vom SV Moosbrunn ausgerichtet. Und niemand kann verhehlen, dass der Umsatz aus der jährlichen Orts­meister­schaft eine der wichtigsten Einnahmequelle des Vereins ist.

8. Der neue Fußballplatz

Unter anderem war auch das Turnier dafür verantwortlich, dass endlich Anfang 1975 die Gemeinde grünes Licht für den Bau eines neuen Hartplatzes mit Flutlichtanlage gab. Am 15.08.1975, nach nur fünfmonatiger Bauzeit, konnte der neue Hartplatz seiner Bestimmung übergeben werden. In seiner Rede überreichte ein sichtlich beeindruckter Bürgermeister Hermann Münz symbolisch den Sportplatz dem neuen Besitzer, dem SV Moosbrunn, in Vertretung seines 1. Vorsitzenden Gerhard Fauß. „Was lange währt, wird endlich gut“, meinte Hermann Münz zu den zahlreichen Ehrengästen, darunter Oberamtsrat Mülbert, Bauleiter Kuno Briem, Schulleiter Rühl, einer Vertreterin der Baufirma Kohl – Elsa Knopf, Oberförster Buchmüller, den Gemeinderäten und zahlreichen Vertretern des badischen Fußballsports und der umliegenden Vereine.

[caption id="attachment_2056" align="alignnone" width="733"]Der Zeitungsausschnitt aus der Eberbacher Zeitung zeigt von links: Ehemaliger 1. Vorsitzender Gerhard Fauß, Altbürgermeister Hermann Münz und der „selbsternannte Schreck des Odenwaldes“ (ein Kurgast aus Wuppertal) Der Zeitungsausschnitt aus der Eberbacher Zeitung zeigt von links: Ehemaliger 1. Vorsitzender Gerhard Fauß, Altbürgermeister Hermann Münz und der „selbsternannte Schreck des Odenwaldes“ (ein Kurgast aus Wuppertal)[/caption]

Während der Feier ging Hermann Münz auf die Gründertage des Vereins ein, u.a. auf die Tatsache, dass die Moosbrunner im Fußballsport immer schon ein Wörtchen mitreden wollten, wenn es auch bis dato immer das „letzte“ Wörtchen gewesen sei. Aber trotz der vielen Niederlagen ging es immer weiter mit Freud und Engagement, was für ihn Ansporn war und ihn dazu bewegte seitens der Gemeinde bei der Finanzierung des Platzes helfend einzuschreiten. Von den Baukosten in Höhe von ca. 250.000 DM wurden 100.000 DM von der Gemeindekasse übernommen. Das Land und der Kreis beteiligten sich mit 90.000 DM. Die SV-Mitglieder erarbeiteten in Eigenleistung ca. 40.000 DM und der Fußballverband steuerte 20.000 DM bei. Neben den zahlreichen Festrednern war an diesem Abend auch ein Kurgast aus Wuppertal angereist. „Der selbsternannte Schreck des Odenwaldes“, der dem Verein ein kleines Geschenk mit den Worten überbrachte, er reise jetzt schon seit 20 Jahren in den kleinen Odenwald zum Urlaub und sei mit den Sorgen und Nöten dieses Vereins so verwachsen, dass er es sich hat nicht nehmen lassen, dieser Einweihung, einem weiteren Meilenstein des kleinen Fußballvereins, persönlich beizuwohnen. Höhepunkt dieser Einweihungsfeier neben der dritten Fußballortsmeisterschaft, die der Ortsteil Moosbrunn gewann, war ein Einlagespiel der A-Jugend von Chio Waldhof gegen eine Odenwaldauswahl.

9. Die Tipp-Gemeinschaft des SVM

Ende der 70er Jahre, genauer gesagt 1979 kam Harald Wilhelm auf die Idee, mit anderen Fußballkameraden eine Tippgemeinschaft zu gründen. Später wurde der Verein im Verein nur noch „die Lottokasse“ genannt. Bei der Tippgemeinschaft belegt jeder eine feste Zahl (anfänglich waren es wechselnde Zahlen), bei der er hofft, dass sie als Zusatzzahl bei der Samstagsziehung gezogen wird. Denn dann gewinnt er die wöchentlichen Einzahlungen aller Tipper. Schnell hat man erkannt, dass man bei dem Spiel in kürzester Zeit eine beträchtliche Summe in einer Lottokasse zusammenspart. Jetzt dauerte es nicht mehr lange und die Idee zum ersten „Lottokassenausflug“ war geboren. Organisator der Ausflüge und Kassenwart der Truppe war von Beginn an Alfred Rupp aus Pleutersbach. Seit 1981 organisiert er im Turnus von zwei Jahren die mehrtägigen Ausflüge der Tippergemeinschaft. Bei diesen Ausflügen geht und ging es immer hoch her, so dass wir einige Anekdoten kurz erzählen wollen:

1985 reiste die Männergruppe um Alfred Rupp nach Niddel. Bereits bei der Hinfahrt stürzte ein Tippmitglied beim Pinkeln eine Böschung hinunter und zerriß sich dabei die Hose. Die restlichen drei Tage musste der Teilnehmer alle Veranstaltungen in kurzen Shorts besuchen. Sogar in eine Disco fand er nach langen Diskussionen Einlass.

Den Höhepunkt 1987 im kleinen Walzertal lieferte ein oft in schwarz gekleidetes Tippmitglied, der beim Nageln in einer Kneipe mit der Jacke am Hackklotz festgenagelt wurde, danach einem Einheimischen den Daumen platt klopfte und sich danach 200 Meter mit dem Taxi ins Hotel fahren ließ. Auf der Rückfahrt 1991 aus der Lüneburger Heide musste gar die Fahrt für längere Zeit unterbrochen werden, weil ein Mitglied in einen komaähnlichen Zustand fiel und von einem Arzt behandelt werden musste. Die Ursache ist bis heute noch nicht geklärt. 1989 hat man bei der Abreise aus dem Hotel in Südtirol in der Hektik gar die zwei teuer bezahlten Kisten Williams stehen lassen. Die Reihe der Geschichten könnte unendlich fortgeführt werden.

10. Das neue Sportheim

Am 13.08.1976, im Rahmen der 4. OMS (Sieger wurde der Ortsteil Haag), wurden erstmals in der Vereinsgeschichte Mitglieder für ihre 25-jährige Treue zum Verein mit der silbernen Ehrennadel ausgezeichnet. In seiner Dankesrede betonte BM Hermann Münz, dass sehr viel Idealismus und Mühe erforderlich seien, um einen Verein „25 Jahre über die Runden zu bringen“. Schon damals appellierte Münz an die ortsansässigen Fußballer, die in auswärtigen Vereinen spielten (wörtlich „Abtrünnige“), zu ihrem Heimatverein zurückzukehren. Die Gemeinde habe gemeinsam mit dem Sportverein durch den Sportplatzbau die Voraussetzungen für einen guten Fußballsport geschaffen und er hoffe deshalb, dass der echte Sportsgeist auch in den kommenden Jahrzehnten lebendig bleibe. Für den Badischen Fußballverband und den Sportkreis Heidelberg überbrachte damals Willi Kuhnle die besten Wünsche mit den Worten: „Ich kenne den Verein nun schon seit der Gründung und ich habe schon immer die Initiative dieses Vereins bewundert. Die Schaffung der Sportplatzanlage oder die neuerliche Meldung von vier Jugendmannschaften, die inzwischen schon zwei Meistertitel errungen hätten, seien Leistungen, die es zu würdigen gelte. Ich wünsche dem SV Moosbrunn endlich Mal einen vorderen Tabellenplatz in der B-Klasse Heidelberg.

[caption id="attachment_2058" align="alignnone" width="150"]25-jähriges Jubiläum - auf dem Bild von links: Jürg Heckmann, Hermann Münz, Emil Schwinn, Stefan Kailbach, Karl Göhrig II, Gerhard Bayer, vorne im Rollstuhl Reinhold Heiß (genannt Jimmy) 25-jähriges Jubiläum – auf dem Bild von links: Jürg Heckmann, Hermann Münz, Emil Schwinn, Stefan Kailbach, Karl Göhrig II, Gerhard Bayer, vorne im Rollstuhl Reinhold Heiß (genannt Jimmy)[/caption]

[caption id="attachment_2057" align="alignnone" width="150"]Beim Richtfest von links: Karl Hörr, Kuno Lange, Wolfgang Dörner, Jürgen Henrich, Thomas Bayer, Norbert Menger, Wolfgang Heckmann, Otto Zimmermann, Karlheinz Dir, Paul Dir, Dieter Wilhelm, Fritz Schwarz, Dieter Hörr und die Bauleiter Jürg Heckmann und Karl Wilhelm Beim Richtfest von links: Karl Hörr, Kuno Lange, Wolfgang Dörner, Jürgen Henrich, Thomas Bayer, Norbert Menger, Wolfgang Heckmann, Otto Zimmermann, Karlheinz Dir, Paul Dir, Dieter Wilhelm, Fritz Schwarz, Dieter Hörr und die Bauleiter Jürg Heckmann und Karl Wilhelm[/caption]

Nach der Einweihung des neuen Sportplatzes und dem 25-jährigen Jubiläum legten die Moosbrunner aber nicht die Hände in den Schoß. Unter der Regie vom 1. Vorsitzenden Jürg Heckmann wurde das nächste Großprojekt schon in Angriff genommen. In der Generalversammlung im Januar 1977 machte man sich bereits die ersten Gedanken über einen Sportheimneubau mit Duschgelegenheit und Umkleideräumen. Bisher fand das Duschen nach den Spielen im Gasthaus „Zur Traube“ statt. Alle Spieler mussten nach dem Spiel vom Sportgelände nach „unten“ fahren oder laufen, um sich in der Traube zu reinigen. Dieser Umstand sollte oder musste abgestellt werden. Wie bereits beim Sportplatzbau stieß man auch hier bezüglich der Finanzierung auf Skepsis bei der Gemeindeverwaltung und beim BM. Allerdings konnte man davon ausgehen, wenn man den BM letztendlich richtig von seinem Vorhaben und der Art und Weise wie die Durchführung erfolgen sollte überzeugen konnte, dann hatte man einen Mitstreiter auf seiner Seite, der im Kampf mit und gegen die Mühlen der Verwaltung einen absoluten Trumpf darstellte. Dies bestätigte sich im späteren Verlauf des Projektes. Unter anderem war es der Überzeugungskraft von Jürg Heckmann zu verdanken, dass die Gemeindeverwaltung, der Gemeinderat und vor allem BM Hermann Münz voll hinter dem Vorhaben standen. Unter großem persönlichen Einsatz von Hermann Münz begann Ende 1977 die Planung des Sportheims.

Bereits am 08.04.1978 wurden die Bäume am Sportplatz gefällt. Am 02.09.1978 wurde der Grundstein für das bis dahin ehrgeizigste Vorhaben des jungen Vereins gelegt. Nach insgesamt 915 freiwilligen Arbeitsstunden konnte am 16.12.1978 mit dem Richtfest der erste Bauabschnitt abgeschlossen werden. Fast alle der insgesamt 50 mitarbeitenden Vereinsmitglieder waren zum Richtfest im Gasthaus zur Traube erschienen. BM Hermann Münz und der erste Vorsitzende des Vereins Jürg Heckmann bedankten sich bei allen freiwilligen Helfern, im speziellen aber bei Wolfgang Schulz, der als Betonfahrer ohne Mitglied im Verein zu sein, viel freie Zeit investierte, um jede überschüssige Tonne Beton zur Baustelle am Sportplatz zu bringen und bei Karl Wilhelm, dem ehemaligen 1. Vorsitzenden des Vereins (1966-1970), der als Mann vom Fach die Bauleitung inne hatte und eine der treibenden Kräfte war, die dafür sorgten, dass man das alte Sportheim nicht in den Neubau integrieren musste.

[caption id="attachment_2059" align="alignnone" width="150"]Bei der Einweihungsfeier mit auf dem Bild von links: Jürg Heckmann, Emil Schmitt, Günter Mende, Hermann Münz und Friedrich Wäsch Bei der Einweihungsfeier mit auf dem Bild von links: Jürg Heckmann, Emil Schmitt, Günter Mende, Hermann Münz und Friedrich Wäsch[/caption]

[caption id="attachment_2060" align="alignnone" width="150"]Von links: Gerhard Weiser, Jürg Heckmann und Professor Gert Weisskirchen Von links: Gerhard Weiser, Jürg Heckmann und Professor Gert Weisskirchen[/caption]

Kurz nach dem Richtfest wurde das Dach auch noch gedeckt, was sich als glücklicher Umstand erwies, denn einen Tag später war das neue Dach bereits mit einer 10 cm dicken Schneeschicht bedeckt. Nun setzte eine witterungsbedingte Arbeitspause bis zum 17.03.1979 ein. In den „Urplänen“ vom Architekten Kuno Briem aus Mauer war vorgesehen, das alte Sportheim als Heizungs- und Toilettenraum in das neue zu integrieren. Dies war nach Meinung von Karl Wilhelm (Bauleitung) wegen „Baufälligkeit“ nicht realisierbar, so dass dafür ein Teilneubau errichtet werden musste, der am 26.05.1979 abgeschlossen werden konnte. Anlässlich der 7. Fußballortsmeisterschaft im Juli 1979 (Sieger wurde übrigens der Ortsteil Haag) konnte eine Umkleidekabine mit Duschraum in Betrieb genommen werden. Der anschließende Innenausbau brauchte seine Zeit, denn es wurde Wert auf Qualität und handwerkliche Finessen gelegt. So verbrachte man eine gewisse Zeit damit, eine alte Scheune in Schönbrunn abzureißen, um die Eichenbalken für den Gastraum zu erhalten.

Kurz vor dem großen Einweihungsbankett am 17.07.1981, das ebenfalls wieder mit der Ortsmeisterschaft verbunden wurde (Sieger diesmal der Ortsteil Schönbrunn), stellte man die Außenanlagen mit diversen Betonmauern und einem 400 qm großen gepflasterten Festplatz fertig. Der Außenputz wurde farblich hervorragend dem Landschaftsbild angepasst. Zwei Wochen nach der Einweihungsfeier kam es zum ersten Einbruch in das vom Ortskern weit abgelegene Clubheim. Dies nahm die Familie Winterbauer aus Haag zum Anlass dem Verein das feudale handgearbeitete Eingangstor kostenlos als Spende zur Verfügung zu stellen und einzubauen. In diesem Zusammenhang erklärten sich auch sofort die beiden gelernten Schmiede Manfred Braner und Wilfried Gärtner bereit, die Fenstergitter zu schweißen und zu montieren.

Insgesamt wurden 5.397 Arbeitsstunden von ca. 50 Vereinsmitgliedern kostenlos am Sportheim gearbeitet. Der Rekordhalter brachte es dabei auf über 500 Stunden. Auch Nichtmitglieder arbeiteten 160 Stunden kostenlos am neuen Vereinsheim. Die Gesamtkosten ohne Eigenleistung beliefen sich auf 174.864,70 DM. Die Gemeinde Schönbrunn beteiligte sich wieder mit einem nicht unerheblichen Zuschuss von 55.650 DM. Vom badischen Sportbund und vom Rhein-Neckar-Kreis erhielt man 49.000 DM. Durch Eigenmittel und Spenden konnten ca. 32.000 DM gedeckt werden. Der Rest bestand aus Darlehen und einem Zuschuss der Brauerei Palmbräu. Während der gesamten Bauphase kam es zu keinem größeren Unfall mit Ausnahme des freiwilligen Helfers, der wegen Übermüdung oder nach übermäßigem Genuss von geistigen Getränken mit seiner Schubkarre umgefallen ist.

Zur Einweihungsfeier konnte Jürg Heckmann zahlreiche Ehrengäste begrüßen u.a. fanden sich Landwirtschaftsminister Gerhard Weiser, der Bundestagsabgeordnete Prof. Gert Weisskirchen, der Ehrenvorsitzende des Fußballkreises Heidelberg Willi Kuhnle, Kreisschiedsrichterobmann Klaus v. Taschitzki, Bürgermeisterstellvertreter Otto Rupp, zahlreiche Gemeinderäte und die Vorsitzenden der umliegenden und befreundeten Vereine in Moosbrunn ein. Gerhard Weiser ließ es sich trotz vieler Termine nicht nehmen, bei der Einweihungsfeier dabei zu sein. Der Minister stellte fest, dass die Moosbrunner Fußballer durch ihr Engagement gezeigt haben, was durch Eigeninitiative alles geleistet werden kann. Die Moosbrunner haben damit, wie viele andere Vereine in Baden Württemberg auch, ihren Beitrag dazu geleistet, der Jugend die nötigen Voraussetzungen für die körperliche Ertüchtigung zu schaffen. Zum Ende seiner Rede wünschte der Minister den Moosbrunner Fußballern in der Zukunft den sportlichen Erfolg und dass man mit dieser Sportanlage jetzt einfach aufsteigen müsse. Diesen Wünschen schlossen sich viele Festredner an. Die Ehrengäste zeigten in der anschließenden Führung durch das neue Gebäude alle ganz offen ihre Begeisterung über die handwerklichen Leistungen und Fähigkeiten der Moosbrunner Fußballer. Kurze Zeit nach der Einweihungsfeier konnte dann auch endlich der „Rote Punkt“ und der genehmigte Bauplan in Händen gehalten werden.

(Nun leuchtet auch die Aussage von Altbürgermeister Hermann Münz gegenüber den beiden Bauleitern Jürg Heckmann und Karl Wilhelm ein, die er bei den wöchentlichen Baubesprechungen zum Besten gab: „Wenn ich in das Gefängnis gehe, nehme ich Euch beide mit.“)

11. Die Volleyballer

Die ersten Überlegungen, Planungen und Schritte begannen im Jahre 1988. Im Juli 1988 wurde die Grundschule Schönbrunn zusammen mit der Sporthalle eingeweiht. Endlich könnte man auch in Schönbrunn richtigen Hallensport durchführen, denn die Voraussetzungen waren nun gegeben! Einen Nachholbedarf sahen Philipp Rühl und Waltraud Wilhelm damals bei Sportarten, die vor allem auch vom weiblichen Geschlecht ausgeübt werden konnten. Volleyball oder Basketball? – Zwischen diesen beiden Gruppen sollte die Entscheidung fallen! Nachdem man genügend Informationen und Tipps zu diesen beiden Sportarten bei anderen Sportlern bezüglich Vorbereitung, Training, finanziellem Aufwand etc. eingeholt hatte, fiel die Entscheidung zugunsten von Volleyball.

[caption id="attachment_2061" align="alignnone" width="150"]Von links nach rechts (hinten) Birgit Beck, Corina Wesch, Kirsten Straub, Anke Rühl, Michaela Henrich (vorne) Tanja Rudolf, Tina Klose, Simone Engelhart, Sandra Hartmann Von links nach rechts (hinten) Birgit Beck, Corina Wesch, Kirsten Straub, Anke Rühl, Michaela Henrich (vorne) Tanja Rudolf, Tina Klose, Simone Engelhart, Sandra Hartmann[/caption]

[caption id="attachment_2062" align="alignnone" width="150"]Von links (hinten): Simone Mann, Marion Zimmermann, Silke Wilhelm, Kirsten Straub, Michaela Henrich, (vorne): Anke Rühl, Corina Wesch, Birgit Beck Von links (hinten): Simone Mann, Marion Zimmermann, Silke Wilhelm, Kirsten Straub, Michaela Henrich, (vorne): Anke Rühl, Corina Wesch, Birgit Beck[/caption]

Im Amtsblatt der Gemeinde Schönbrunn wurde zu einem ersten Treffen aller Volleyball – Interessierten ins Sportheim eingeladen – und viele kamen. Es war an diesem Abend schon klar, die Sporthalle würde für mehrere Übungseinheiten benötigt werden. Je eine Trainingsgruppe für jüngere und ältere weibliche Sportlerinnen und eine Freizeitgruppe entstand. Nun begann die Suche nach Übungsleiter/innen. Das war kein leichtes Unterfangen, denn im näheren Umkreis kam als Hilfe nur der TV Eberbach in Frage. Dort wurde auch Bereitschaft signalisiert. Am Freitag, den 4. November 1988 begann Jörg Mechler (bekannter Spielertrainer beim TVE) das erste Training mit der älteren Jugend. Auch Ingrid Schäfer aus Moosbrunn gab ihre Zustimmung als Trainerin. Sie begann mit der anderen Gruppe am darauf folgenden Dienstag, den 8. November 1988. Klaus Schäfer aus Moosbrunn übernahm die Freizeitler und trainierte erstmals am Mittwoch, den 9. November 1988.

Doch – aller Anfang ist schwer. Viele kamen und gingen. Sicherlich werden sich heute noch einige an ihre ersten und vielleicht auch einzigen Schritte als Volleyballer/innen erinnern.

Klar war von Anfang an, dass Ingrid Schäfer und Jörg Mechler nur für eine begrenzte Zeit für das Training der beiden Jugendgruppen zur Verfügung stehen würden.

Im Januar 1989 wurde in der Generalversammlung des SV Moosbrunn von den Mitgliedern beschlossen, dass dem bisher reinen Fußballverein auch ganz offiziell eine Volleyball – Abteilung angegliedert wurde. Die Abteilungsleitung übernahmen die beiden Gründungsmitglieder Philipp Rühl und Waltraud Wilhelm zusammen mit dem Beisitzer Klaus Wilhelm.

Ein überaus großer Trainer-Glücksgriff gelang der Abteilungsleitung dann im Januar 1989 mit Birgit Beck, die mit sehr großer Begeisterung, mit viel Zeitaufwand und Einfühlungsvermögen beide Jugendgruppen übernahm. Birgit Beck bemerkte frühzeitig, welch großes spielerisches Potential in den jungen Spielerinnen steckte. Deshalb nahm man mit einer weiblichen B – und A – Jugend (teils gleiche Spielerinnen) schon bald an Punktspielen teil, die in Form von Turnieren ausgetragen wurden. Die damaligen Gegner waren u.a. Wiesloch, Walldorf, St. Leon – Rot, Weinheim, Mannheim und Eberbach. Wie unbekannt für Volleyballvereine Moosbrunn bzw. Schönbrunn damals war, zeigt eine kleine Anekdote am Rande. Um zu einem Punktspiel gegen den SV Moosbrunn in die Schönbrunner Halle zu kommen, setzte der Weinheimer Gegner in Neckarhausen mit der Fähre über den Neckar – ein anderer Weg war nicht bekannt. Doch schon nach recht kurzer Zeit änderte sich dies grundlegend. Immer öfter verließen unsere Mädchen als Siegerinnen die Halle – man kannte, achtete und beachtete uns! Ein toller Erfolg vor allem dank Birgit Beck, die den richtigen Ton gegenüber unserer Jugend fand.

[caption id="attachment_2063" align="alignnone" width="640"]Abschiedsturnier für Birgit Beck Abschiedsturnier für Birgit Beck[/caption]

Aber auch im Pokal hatten wir erste Erfolge. Unsere B – und A – Jugend qualifizierte sich für die Endrunde des Nordbadischen Volleyball Verbandes (NVV) in Karlsruhe – Ettlingen. Dort kamen wir unter die ersten drei – ein großer Erfolg. Wer kannte damals schon Moosbrunn im Volleyball oder wer kannte hier den Ort Moosbrunn überhaupt? Neben den sportlichen Erfolgen der Mannschaften klärte der Beisitzer der Volleyball-Abteilung Klaus Wilhelm alle Unwissenden damals ausführlich über die Orte Moosbrunn, Allemühl und Schönbrunn auf! Und – nach überaus erfolgreichem Besuch in Ettlingen stellte sich diese Frage nicht mehr.

Schon bald meinte Trainerin Birgit Beck, unsere Mädchen seien reif für weitere Aufgaben. Mit den Jugendspielen allein waren sie schlichtweg unterfordert. Die „jungen Damen“ benötigten eine neue Herausforderung! Wir meldeten eine Damenmannschaft für die nächste Punktrunde des NVV an. Obwohl fast alle noch Jugendspielerinnen waren, konnte man nach einigem „Lehrgeld“ doch relativ schnell gut mithalten. Es gab denkwürdige Spiele, die immer in Erinnerung bleiben werden. So gewann man später beim VC Waldangelloch – mit dessen Spielerinnen und Betreuern wir sehr guten Kontakt hatten – einmal im Tiebreak mit 25:23! Das kostete Nerven.

Die Damenmannschaft wurde immer spielstärker und schaffte zur Freude aller den Aufstieg bis in die Bezirksklasse.

Die sportlichen Erfolge führten zu einem enormen Zulauf – viele Mädchen wollten Volleyball spielen lernen. In den nächsten Jahre kamen und gingen viele Spielerinnen, doch der SVM schaffte es, konstant neben der Damen- eine weibliche Jugendmannschaft zu melden. Die Erfolge stellen sich auch bei den „Kleinen“ bald ein und es war klar – eine zweite Damenmannschaft konnte an den Start gehen.

12. Menschen helfen Menschen, Teil 2

Am 09.10.1988 konnten die Moosbrunner Fußballer erstmals ihre Leistungsstärke an einer echten Bundesligamannschaft messen.

Runzi

Der Anlass hierfür war aber von sehr trauriger Natur und ließ den Verein im Mai des gleichen Jahres in seinen Grundfesten erschüttern. Bei einem Spiel der AH-Mannschaft des SV Moosbrunn am 28.05.1988 in Eberbach brach der allseits beliebte und geschätzte Spieler der ersten Mannschaft Karl Heinz Rünzi im „Alter“ von 28 Jahren tot auf dem Spielfeld zusammen.

Der damalige Torwart und spätere Trainer Helmut Knödler schaffte es in Zusammenarbeit mit der Vorstandschaft, den Karlsruher SC zu einem Benefizspiel zu gewinnen. Die Einnahmen aus dem Spiel, das immerhin 850 zahlende Zuschauer nach Waldwimmersbach lockte, wurden der Familie Rünzi zur Verfügung gestellt.

Die Karlsruher nahmen damals das Spiel sehr ernst, denn ohne den Hauch einer Chance unterlag die Spielgemeinschaft aus Moosbrunn und Waldwimmersbach mit 19:1 Toren.

13. Die Vereinszeitung – Ein kurzes Intermezzo

Anfang der 90er Jahre beschloss die Vorstandschaft des Vereins, die Mitglieder mittels einer Vereinszeitung zu informieren. Im Juli 1990 konnte die erste Ausgabe der Zeitschrift „SV-aktuell“ anlässlich der 18. Fußballortsmeisterschaft (Sieger der Ortsteil Haag) vorgestellt werden.

Dieses Informationsblatt erschien 2-mal jährlich mit vielen Informationen aus allen Bereichen des Vereins. Allerdings nach 8 Ausgaben wurde das Blatt Ende 1993 wieder eingestellt, weil ein schreibendes Mitglied für die Reportagen eines ganzen Vereins doch etwas zu wenig war.

14. 40 Jahre SV Moosbrunn

Im Rahmen des 40-jährigen Jubiläums vom 28.06.1991 – 07.07.1991 konnten einige der Gründungsmitglieder für 40-jährige Mitgliedschaft geehrt werden (Karl Bernecker, Paul Dir, Alfred Fink, Alexander Göhrig, Dieter Heckmann, Heinz Heckmann, Martin Heiß, Karl Hoffmann, Ludwig Holl, Willi Menger, Hans Muhr, Andre Wegrezki, Anton Wiest, Franz Zettl, Willi Zimmermann, Otto Zimmermann). Im Gegenzug überreichten sie dem Vereinsvorsitzenden Manfred Eitelbuß eine Ehrentafel mit den Namen aller Gründungsmitglieder. Die Festlichkeiten wurden umrahmt von einer Sportwerbewoche einem AH-Turnier und einem Jugendturnier, die beide sehr großen Anklang bei allen teilnehmenden Mannschaften und in der Bevölkerung fanden. Im Anschluss an die Sportwerbewoche fand die 19. Fußballortsmeisterschaft statt (Sieger wurde der Ortsteil Moosbrunn).

[caption id="attachment_2065" align="alignnone" width="150"]Bei der Einweihungsfeier mit auf dem Bild von links: Jürg Heckmann, Emil Schmitt, Günter Mende, Hermann Münz und Friedrich Wäsch Bei der Einweihungsfeier mit auf dem Bild von links: Jürg Heckmann, Emil Schmitt, Günter Mende, Hermann Münz und Friedrich Wäsch[/caption]

40JahreSVM2

15. Die Trampolinabteilung

HistorieTrampolin

Ein Schulsporttag im Mai 1992 mit dem großen Trampolin in der Realschule Eberbach unter Beteiligung von Turnern des TV Eberbach, die gleichzeitig Schüler der dortigen Schule waren, sollte ein Anstoß zur Gründung einer eigenen Trampolinabteilung sein. Geübt wurde für die Veranstaltung in der Zettl’schen kleinen Halle mit eigenem Bodentrampolin. Noch heute gehört Reinhard Zettl dem TV Eberbach als Mitglied an. Zu jener Zeit trainierten seine beiden Söhne bei der TSG Bruchsal. Von dort konnten wir im August 1993 unser erstes Großtrampolin beziehen. Mit ein paar Ersatzteilen wurde es hergerichtet und in der Turnhalle der Grundschule Schönbrunn aufgestellt. Der SV Moosbrunn nahm uns als Abteilung auf, so dass das erste offizielle Training am 9. November 1993 in der Schönbrunner Turnhalle stattfinden konnte.

Gleich im folgenden Jahr musste man die Mitgliedschaft im Turngau Heidelberg und beim Badischen Turnerbund beantragen, um an die Startpässe für Meisterschaften zu kommen. Anlässlich der Jahreshauptversammlung des SVM am 27.1.1995 konnte berichtet werden, dass sich das Gerätturnen in Verbindung mit Trampolinturnen beim Sportverein Moosbrunn zwischenzeitlich etabliert hat.

Die erweiterten Übungszeiten ab dem Sommerhalbjahr 1994 waren jeweils dienstags von 17.00 Uhr bis 19.30 Uhr. Die Beschaffung eines zweiten Trampolins ermöglicht es, in 3 Gruppen zu arbeiten bzw. trainieren. Unter Berücksichtigung der sich auf etwa 23 Kinder gefestigten Teilnehmerzahl wurde angestrebt, die Übungen auf 3 Großgeräten im Trampolinspringen und jeweils einem klassischen Turngerät durchzuführen. Zur ersten Teilnahme an den bad. Einzelmeisterschaften 1994 der Schüler, Jugend und Erwachsenen in Neureut bei Karlsruhe am 23.April 1994 erfüllten 4 Schüler/innen die Voraussetzungen. Ab dem Schuljahr 1996/97 ist die Kooperation Schule / Verein ins Leben gerufen worden. Bereits seit den ersten Anfängen hat sich gezeigt, dass eine Trainingsstunde in der Woche nicht ausreicht. Aus der Grundschule kamen immer weitere Kinder zu uns in die Turnhalle. So konnten zwei weitere Stunden eingeplant werden. An den Kaderlehrgängen beim Bundesleistungs-Stützpunkt in Gernsbach konnten wir 1995 ebenfalls einige Male teilnehmen. Die 9-jährige Nadine Goldau war als erste Angehörige unseres Vereins im Landes-D-Kader. Wir waren uns sicher, dass sie nicht die letzte vom SV Moosbrunn sein würde. Optimierte Voraussetzungen ließen es zu, dass 1996 zwischen Leistungs- und Allgemeingruppen unterschieden werden konnte. Letztere trainieren bis heute einmal wöchentlich und unsere auf Leistung ausgerichtete Aktiven zweimal in der Woche.

Die Schüler der Dienstags-Gruppe an 4 Großgeräten im Training

Bei Schauveranstaltungen in verschiedenen Ortschaften bei vielfältigsten Anlässen konnten wir unseren Sport weiter vorstellen.

Seit 1996 gehören jeweils 3 Aktive aus unserer Abteilung dem Landes-D-Kader an.

2 Badische Meistertitel 2000 nach Moosbrunn geholt

Der vorjährige Baden-Württembergische Vizemeister Axel Wilbertz zeigte in Bräunlingen keine Nerven und wurde Badischer Meister der Jugendturner Klasse D. In der Klasse B startete von unserem Verein Stefan Zettl und holte ebenfalls überraschend den Meistertitel nach Moosbrunn. Dies war der bisher größte Erfolg unserer Turnerinnen und Turner der Trampolin-Abteilung. 2001 setzte sich der Erfolg unserer Aktiven durch gute und sehr gute Platzierungen bei den Gaumeisterschaften, Badischen Meisterschaften und Baden-Württembergischen Synchronmeisterschaften fort.

16. Der Rasenplatz

[caption id="attachment_2068" align="alignnone" width="651"]Der Erste: Von 1990 bis Januar 2002, die bisher längste Amtszeit – Manfred Eitelbuß Der Erste: Von 1990 bis Januar 2002, die bisher längste Amtszeit – Manfred Eitelbuß[/caption]

Schon Ende der 80er Jahre grübelten die Verantwortlichen beim SV Moosbrunn darüber, wie man es schaffen könnte einen Rasenplatz zu finanzieren und zu bauen. Die jeweiligen Bürgermeister der Gemeinde hatten schon immer ein offenes Ohr für die Belange des Vereins, dies änderte sich auch nicht unter Roland Schilling, dem Nachfolger von Hermann Münz. In einem achtjährigen Antragsmarathon gelang es dem 1. Vorsitzenden Manfred Eitelbuß in Zusammenarbeit mit dem BM Roland Schilling, sowie dem Gemeinderat und der Verwaltung den Hartplatz in einen Rasenplatz umzuwandeln und hinter das Sportheim noch ein kleineres Trainingsgelände anzulegen. In den ersten Plänen war vorgesehen, neben dem bereits vorhandenen Hartplatz einen neuen Rasenplatz zu bauen. Es wurden einige Standorte ins Auge gefaßt, die aber an den Kosten und Auflagen scheiterten. Allerdings hat man sich von diesem Projekt nicht abbringen lassen und immer neue Planungen vorgelegt. 1994 wurde erstmals der Gedanke einer Umwandlung des bestehenden Hartplatzes in einen Rasenplatz in die Überlegungen einbezogen. Als Beispiel hierfür sah man den Sportplatz in Sulzfeld an, der ebenfalls erfolgreich von einem Hart- in einen Rasenplatz umgewandelt wurde. Nach zähem Kampf mit den diversen Behörden, an vorderster Front durch Bürgermeister Roland Schilling, dem ersten Vorsitzenden Manfred Eitelbuß und dem Moosbrunner Chefplaner Gerhard Menger, konnte der Gemeinderat letztendlich von dieser Lösung überzeugt werden.

Nach dem Erhalt der Baugenehmigung und den anschließenden Rodungsarbeiten hat man im Oktober 1995 den Trainingsplatz (Hartplatz) hinter dem Sportheim fertigstellen können. Im Mai 1997 wurde mit der Umwandlung des bestehenden Hartplatzes in einen Rasenplatz begonnen. Wie schon bei vielen Projekten zuvor, erbrachten die Vereinsmitglieder sehr viel Eigenleistung, um die immensen Baukosten zu senken. Insgesamt wurden im Jahr 1996 für den Neubau des Trainingsplatzes 250.000 DM, im Jahr 1997 für die Platzumwandlung und das Flutlicht am Trainingsplatz 110.000 DM und im Jahr 1998 für die Verlängerung des zu kurz geratenen Trainingsplatzes nochmals 60.000 DM investiert. Die Finanzierung wurde größtenteils durch Zuschüsse des Rhein-Neckar-Kreises, des Badischen Sport Bundes, der Gemeinde Schönbrunn, Baraufwendungen des Vereins und durch Spenden abgedeckt. An Eigenleistung haben die Vereinsmitglieder stolze 4.200 Stunden kostenlos erbracht.

Am 26.06.1998 konnten die Moosbrunner im Beisein vieler Ehrengäste u.a. Bürgermeister Roland Schilling, Altbürgermeister Hermann Münz, diverser Gemeinderäte, die Ehrenmitglieder des Vereins, den Ehrenvorsitzenden des Fußballkreise HD Willy Kuhnle, Rektor Philipp Rühl von der Grundschule Schönbrunn und viele Vereinsvorstände von befreundeten Vereinen, sowie die ehemaligen Vereinsvorsitzenden den neuen Rasenplatz feierlich einweihen. Neben den vielen Geschenken überbrachten alle Festredner dem Verein die besten Wünsche für die Zukunft und bekräftigten die Hoffnung, dass mit dem neuen Rasenplatz der baldige Aufstieg in die A-Klasse gelingen sollte (wie wir wissen, ging der Wunsch im Jahr darauf schon in Erfüllung).

An diesem Abend konnte der erste Vorsitzende Manfred Eitelbuß, großzügige Spenden u.a. von Bürgermeister Schilling, der Gemeinde Schönbrunn, dem Sportschützenverein Moosbrunn und von der Brauerei Palmbräu entgegen nehmen.

Gleichzeitig wurde Roland Lindenbach als 500. Mitglied des Vereins mit einem Geschenk und der Vereinsnadel ausgezeichnet.

17. Der Fußball – ein ständiges Auf und Ab

Wie bereits zu Beginn dieser Chronik erwähnt, war es mit dem sportlichen Erfolg der Moosbrunner, trotz eines immer besser ausgebauten Umfeldes, nicht weit her. In der Spielsaison 1976/77 stellte man gar mit 0:40 Punkten einen beispiellosen Negativrekord im Fußballkreis auf.

Da im Amateurfußballbereich bis 1985 Trikotwerbung verboten war, dauerte es bis 1986, ehe die Fahrschule Rudolf der erste offizielle Trikotsponsor des Vereins wurde. Diese Fahrschule hat schon immer ihre sehr enge Verbundenheit zum Verein durch großzügige Spenden unterstrichen. Daneben treten natürlich auch viele andere Spender in der Geschichte des Vereins auf, die durch ihre großzügige Spendenbereitschaft die Vereinskasse schonten.

[caption id="attachment_2069" align="alignnone" width="640"]Die 1. und 2. Mannschaft 1993 beim ersten Besuch in der Sportschule Schöneck Die 1. und 2. Mannschaft 1993 beim ersten Besuch in der Sportschule Schöneck[/caption]

Zurück zum fußballerischen „Erfolg“. Unter dem Trainer Rolf Frey schaffte die erste Mannschaft in der Saison 1987/88 das bis dahin beste Ergebnis in der Vereinsgeschichte mit 29:23 Punkten. Dieses Ergebnis galt für die folgenden Jahre immer wieder als Maßstab für die nun spielende Fußballergeneration. Unter dem Trainer Norbert Friedel konnte erstmals ein Besuch in der Sportschule Schöneck für alle Spieler der ersten und zweiten Mannschaft organisiert werden. Vom 19.02.93 bis 21.02.93 verbrachten die Spieler drei abwechslungsreiche Tage in der Sportschule in der Nähe von Karlsruhe. Dies war für einige Spieler der erste größere Ausflug in ihrem Leben. Teilweise wurden deshalb Wurstdosen gefüllt mit alkoholischen Getränken mit zur Sportschule genommen, da man seine Bedenken bezüglich der alkoholischen Versorgungslage hatte. Dieses Trainingslager wurde nur durch die finanzielle Mithilfe von Sponsoren ermöglicht und konnte im nachfolgenden Jahr nochmals wiederholt werden.

Nach diversen Höhen und Tiefen schnupperte man in der Saison 1996/97 bereits am Aufstieg. Unter der Leitung von Trainer Thomas Münch schaffte die erste Mannschaft einen beachtlichen 3. Tabellenplatz, der allerdings in diesem Jahr nicht zur Relegation reichte. In die kommende Saison 97/98 startete man als Favorit. Aber am Ende konnte man von Glück sagen, dass man nicht in die neu geschaffene C-Klasse absteigen musste. Nur aufgrund des guten Ergebnisses des Vorjahres blieb die Mannschaft in der B-Klasse, wo sie dann in der nächsten Runde 98/99 den Aufstieg und damit dem Verein den größten Erfolg in der Vereinsgeschichte bescherte. Ermöglicht wurde dieser Aufstieg u.a. durch die Neuzugänge am Anfang der Runde. Aus Hirschhorn stießen Rainer Kittel und Peter Laier zum Kader der ersten Mannschaft. Insgesamt hat der Trainer in dieser Saison mit 16 bis 18 gleichwertigen Spielern arbeiten können. Anfänglich lief es noch nicht so rund, aber ab Oktober 98 bis Mai 99 legte man eine Serie mit 16 Spielen ohne Niederlage hin und kämpfte sich teilweise auf den zweiten Tabellenplatz, der den Direktaufstieg bedeutet hätte. Letztendlich wurde die Runde mit dem dritten Tabellenplatz abgeschlossen und es musste der schwere Gang in die Relegation angetreten werden. Gegner war dort der VfL Heiligkreuzsteinach, als Vertreter der A-Klasse. Im ersten Spiel konnte man mit Glück ein Unentschieden (1:1) über die Zeit retten. Im Rückspiel in Moosbrunn lag man schnell mit 0:2 hoffnungslos zurück, doch die Moral in der Truppe und der Kampfgeist setzten sich durch. Kurz nach der Pause fiel der Ausgleich, kurz darauf geriet man wieder in Rückstand. Doch mit einem Doppelschlag innerhalb von 5 Minuten wurde aus dem 2:3 der 4:3 Endstand hergestellt. Nach dem Schlusspfiff brachen dann alle Dämme – der SV Moosbrunn hatte es geschafft — erstmals in der 48-jährigen Vereinsgeschichte ist er mit einer ersten Fußballmannschaft aufgestiegen.

Es spielten sich Szenen der Freude auf dem Sportgelände ab, die alle, die dabei waren sicherlich in ihrem ganzen Leben nicht vergessen werden.

» zu den Aufstiegsbildern

Getragen von der Euphorie des ersten Aufstiegs startete man fulminant in die A-Klassensaison. Im ersten Spiel der Saison 1999/2000 traf man auf die Auswahl des SV Waldwimmersbach. Die „Russen“ fegte man förmlich mit 7:1 vom Platz. Der weitere Verlauf der Saison konnte so gestaltet werden, dass es am Ende zum Klassenerhalt reichte. Allerdings standen zum Ende der Saison einige Abgänge fest, die nur schwerlich ersetzt werden konnten. Die Vorzeichen für die Spielzeit 2000/2001 waren schlecht, jeder wusste dies, aber keiner konnte etwas dagegen tun. Die Mannschaft spielte vom ersten Spieltag an gegen den Abstieg. Am 06.05.2001 wurde es zur Gewissheit, nach einer nur zweijährigen Zugehörigkeit zur A-Klasse wird der SVM in der nächsten Runde wieder in der B-Klasse spielen. Die Gründe für den Abstieg wollen wir in dieser Festschrift nicht erläutern, aber eines ist sicher, man darf es sich nicht so einfach machen und die Schuld allein nur bei der Mannschaft suchen.

Ausgerechnet im Jahr des 50-jährigen Jubiläums steigt der SV Moosbrunn wieder in die B-Klasse ab oder anders gesagt, steht wieder da, wo er vor 50 Jahren angefangen hat. Dies ist für die Moosbrunner sicher kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Wie in all den Jahren zuvor wird man die Vereinsarbeit unermüdlich und zukunftsweisend fortführen und sich wieder neue (alte) Ziele setzen. Unter anderem gehört da natürlich der Wunsch des Aufstiegs in eine höhere Klasse dazu. Die junge Moosbrunner Generation kann dieses Ziel jetzt wieder in Angriff nehmen und die Redaktion wünscht ihr dabei viel Glück und Erfolg.

18. Die Jazztanzgruppe

HistorieJazz1

Es begann mit einem Einlagenspiel der Spielerfrauen gegen die passive Vorstandschaft 1992. Anschließend beschloss man, sich weiterhin zu regelmäßigen Jazzgymnastikstunden zu treffen.

Heute ist daraus eine eigene Abteilung mit über 100 Aktiven und Passiven entstanden, die sich jede Woche in den Sparten Aerobic, Step-Aerobic, Jazztanz, Kindertanz und Hip Hop betätigen.

Aerobic und Jazztanz bieten eine attraktive Möglichkeit, verschiedene sportliche Elemente gleichzeitig abzudecken. Muskelkraft, Ausdauer, Dehnung, Rhythmik, Körperbewusstsein und Ausdruck werden zu gleichen Anteilen gefördert.

HistorieJazz2

Während man anfangs im Bürgersaal Moosbrunn unter der Leitung von Kerstin Weymelka (heute Artesero) gerade so aus Lust und Laune trainierte, erfolgte 1 Jahr später die offizielle Aufnahme in den SVM als Untergruppe der Turner.

Damit verbunden war auch der Umzug in die Sporthalle der Grundschule Schönbrunn, denn der Raum in Moosbrunn war inzwischen zu eng und „unprofessionell“ geworden. Seitdem erfreut sich die Abteilung eines stetigen Wachstums.

Seit dem 01.01.1996 taten sich ein paar mutige Frauen zur 1. Jazztanzgruppe des SVM zusammen, die sich unter dem Namen „24 feet“ nach vielen Auftritten auch überregional etabliert hat.

Im April 1997 entstand auf Anregung einiger Eltern eine Jazztanzgruppe für Kinder unter der Leitung von Gabriele Roselieb. Ursprünglich war nur eine Gruppe mit 12 Plätzen geplant, aber die Nachfrage war so enorm, dass bis heute insgesamt 51 Kinder und Jugendliche in 3 Altersgruppen aktiv sind. Und es gibt nach wie vor eine Warteliste.

HistorieJazz3

Die Auftrittsgruppen „Peanuts“ (ab 6 Jahre) und „Goonies“ (ab 10 Jahre) haben inzwischen viel Bühnenerfahrung im Umkreis sammeln können.Besonders die Gruppe der Jugendlichen ist unter dem Namen „Toe tap“ sehr erfolgreich unterwegs.Auch besteht eine Kooperation Schule/Verein mit der Grundschule Schönbrunn, die vom Turnerbund finanziell unterstützt wird.

Eine eigene Homepage, die von einem engagiertem Vater für alle Gruppen eingerichtet wurde, stieß auf viel Lob und Interesse. Hier gingen viele Nachfragen und zum Teil auch verrückte Angebote, wie z.B. die Einladung zur Europameisterschaft, aus dem gesamten Bundesgebiet ein.

1998 legten Kerstin Artesero und Gabriele Roselieb nicht nur ihre Lizenzprüfung zum Fachübungsleiter Aerobic erfolgreich ab, sondern ließen sich im gleichen Jahr auch zum „Danceactiontrainer Basic“ ausbilden.

Seit Januar 2000 ist die ehemalige Untergruppierung der Turner eine eigenständige Abteilung des SVM unter der Sparte Aerobic und Jazztanz.

Seit April 2000 wird in der Abteilung auch Step-Aerobic für Erwachsene angeboten. Vom SVM wurden hierfür eigens 20 Step‘s angeschafft.

HistorieJazz4

Nachdem die Sporthalle in Schönbrunn keine freien Kapazitäten mehr bot, musste diese Gruppe für das Winterhalbjahr in die kleine Halle nach Schwanheim umziehen. Die Nachfrage war so groß, dass anfangs nicht einmal die 20 Step‘s ausreichten und die Frauen (und manchmal auch 1 Mann) schon 30 Minuten vor Trainingsbeginn anstanden, um ja auch einen Step zu ergattern.

Häufig genug mussten Enttäuschte wieder nach Hause gehen oder mit einem Sprungbrett improvisieren.

Inzwischen wurde die große Gruppe in eine Anfänger- und eineFortgeschrittenengruppe geteilt, so dass es hier keine Engpässe mehr gibt.

Im November 2000 haben Martina Henk und Christine Bundschuh ihre Fachübungsleiterlizenz erhalten, so dass das Trainerinnengespann jetzt mit vier hochmotivierten Frauen ausgestattet ist.

Was uns jetzt zu unserem Glück noch fehlt, ist die langersehnte Spiegelwand, die wir aber für 2001 fest zugesagt bekommen haben. Und vielleicht mal ein paar mutige Männer, die sich in unserer Sportart versuchen wollen und feststellen werden, wie anstrengend und anspruchsvoll Aerobic, Step-Aerobic und Tanz sind.

19. Das 50-jährige Vereinsjubiläum

Eine Woche nach den 29. Fußballortsmeisterschaften, deren Sieger nach 23 langen Jahren wieder der Ortsteil Allemühl war, fanden vom 20. – 22. Juli 2001 die Feierlichkeiten anlässlich des 50-jährigen Vereinsjubiläums statt.

Am Freitag Abend veranstalteten die Fußballer im großen Festzelt auf dem Parkplatz hinter dem Sportheim eine Oldie-Party die, trotz vieler Veranstaltungen am selben Tag in unserer Region, guten Zulauf fand.

Der Samstag stand im Zeichen der Juniorenteams. Die Jugendabteilung führte ein Turnier für F- und E-Juniorenmannschaften durch, mit Einlagespielen der anderen gemeldeten Jugendteams, so dass an diesem Tag keiner zu kurz kam.

Am Abend dann das große Jubiläumsfestbankett. Im vollbesetzten Zelt stand ein wahres Mammutprogramm auf dem Plan. Neben Grußworten zahlreicher Vertreter befreundeter Vereine, Sportverbänden, sowie Freunde und Gönner des Vereins, wurden im Rahmen der Feierlichkeiten zahlreiche Mitglieder für besondere Verdienste ausgezeichnet. Desweiteren wurden die noch lebenden Gründungsmitglieder zu Ehrenmitgliedern ernannt. Der MGV Schönbrunn sorgte mit seinem Männer- und Frauenchor für die musikalische Umrahmung der Veranstaltung.

[caption id="attachment_2074" align="alignnone" width="150"]Die neuen Ehrenmitglieder, allesamt Mitglieder der ersten Stunde. Die neuen Ehrenmitglieder, allesamt Mitglieder der ersten Stunde.[/caption]

[caption id="attachment_2076" align="alignnone" width="150"]Auch eine Torte darf bei einem Geburtstag natürlich nicht fehlen. Auch eine Torte darf bei einem Geburtstag natürlich nicht fehlen.[/caption]

Nach dem Frühschoppen mit verschiedenen Musikvereinen aus der Region am Sonntag Morgen, stellten sich die einzelnen Abteilungen des SVM den zahlreich anwesenden Zuschauern vor.

Ein Höhepunkt des Jubelwochenendes stellte das Spiel unserer Ersten Mannschaft gegen den Regionalligisten TSG Hoffenheim dar. Der Klassenunterschied machte sich, wie erwartet, bemerkbar. Am Ende siegte die TSG klar mit 13:0.

Historie50Jub2

20. Generationswechsel

[caption id="attachment_2077" align="alignnone" width="640"]Generationswechsel: Manfred Eitelbuß (rechts) übergibt die Vereinsführung nach 12 Jahren Amtszeit an seinen Nachfolger Ralf Heckmann Generationswechsel: Manfred Eitelbuß (rechts) übergibt die Vereinsführung nach 12 Jahren Amtszeit an seinen Nachfolger Ralf Heckmann[/caption]

Nachdem im sportlichen Bereich der Umbruch bereits nach dem Abstieg aus der A-Klasse vollzogen wurde, stand im Januar 2002 auch ein Führungswechsel an höchster Ebene beim SVM auf dem Plan.

12 Jahre lang wurde der SV Moosbrunn von Manfred Eitelbuß als 1. Vorsitzenden geführt. Die größte Leistung seiner Amtszeit war der Bau des Rasenplatzes, der im Juni 1998 eingeweiht wurde.

Auf der Hauptversammlung 2002 kam es zum Wechsel. Eitelbuß stellte sich aus beruflichen Gründen nicht mehr zur Wiederwahl. Von Seiten seiner Vorstandskollegen und von der Fußball-Abteilung erhielt er als Dank für seine Verdienste Präsentkörbe. Bürgermeister Roland Schilling überreichte ihm den Wappenkrug der Gemeinde Schönbrunn. Desweiteren erhielt Eitelbuß die Vereinsehrennadel für besondere Verdienste.

Von der Vorstandschaft vorgeschlagen und von den anwesenden Mitgliedern für eine Amtszeit von zwei Jahren einstimmig gewählt wurde Ralf Heckmann als neuer 1. Vorsitzender des SV Moosbrunn.

Heckmann, der sein neues Amt als persönliche Herausforderung ansieht, bedankte sich bei den Mitgliedern für das entgegengebrachte Vertrauen und kündigte für die Folgezeit einen strikten Sparkurs an, um die durch den Bau des Rasenplatzes und anderer notwendiger Investitionen noch angespannte finanzielle Situation des Vereins zu verbessern.

21. Ein Vorbereitungsspiel der besonderen Art…

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Nach dem Benefizspiel 1988 gegen den Karlsruher SC, dem Einlagespiel zum 50-jährigen Vereinsjubiläum 2001 gegen die TSG Hoffenheim war am 14. Juli 2002 erneut eine Profimannschaft zu Gast auf dem Sportgelände des SVM.

Auf Initiative des 1. Vorsitzenden Ralf Heckmann konnte der Fußball-Zweitligist SV Waldhof Mannheim zu einem Vorbereitungsspiel gegen eine Neckartal-Auswahl, bestehend aus Spielern der Vereine SV Moosbrunn, SV Eberbach, VFB Eberbach, FC Hirschhorn und des SV Waldwimmersbach verpflichtet werden.

Vor 550 zahlenden Zuschauern ging das Auswahlteam durch Pascal Roncone (FC Hirschhorn, Foto unten rechts)) sogar mit 1:0 in Führung und konnte die Begegnung bis zum Seitenwechsel offen gestalten. Zur Pause führte der SVW nur mit 3:2. Der zweite Treffer der Neckartal-Auswahl erzielte ebenfalls Roncone. Doch im zweiten Abschnitt spielte nur noch der Zweitligist und gewann am Ende deutlich mit 12:2.

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